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Rhodium Vorkommen · Geologie · Industrielle Anfallstellen

Rhodium – Vorkommen, Herkunft
& industrielle Anfallstellen

Rhodium ist das seltenste und oft teuerste Platinmetall der Welt. Die extreme Konzentration der Lagerstätten in einem einzigen Land macht Rhodium einzigartig vulnerabel für Lieferkettenstörungen – und erklärt die außergewöhnliche Preisvolatilität. Erfahren Sie, wo Rhodium entsteht, wo es abgebaut wird und in welchen Industrien es als recycelbarer Schrott anfällt.

20–25 tWeltjahresproduktion Rhodium
>80%Anteil Südafrika an Weltproduktion
0,001ppm Rh in der Erdkruste (extrem selten)
12,41g/cm³ Dichte (ähnlich Platin)

Wo kommt Rhodium vor? – Lagerstätten weltweit

Rhodium ist kein eigenständiges Erz – es kommt ausschließlich als Begleitelement in Platinerzen vor. Dies macht seine Versorgung direkt abhängig von der Platinbergbauaktivität.

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Südafrika – Buschveld-Komplex

ca. 80% der Weltproduktion

Der Buschveld-Komplex (Bushveld Igneous Complex, BIC) ist die bedeutendste PGM-Lagerstätte der Welt und liegt im Norden Südafrikas in der Provinz Limpopo und Nordwest. Das Riff erstreckt sich über ca. 450 km Länge und enthält die sogenannten Merensky-Riffe und UG2-Riffe, in denen alle sechs Platinmetalle gemeinsam vorkommen.

  • Merensky Reef: Pt, Pd, Rh, Ir, Os, Ru in sulfidischer Matrix
  • UG2 Reef: höherer Rh-Anteil relativ zu Pt als Merensky
  • Hauptförderer: Anglo Platinum, Sibanye-Stillwater, Impala Platinum
  • Rhodium ist stets Nebenprodukt der Platingewinnung
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Russland – Norilsk-Komplex

ca. 10–12% der Weltproduktion

Die Norilsk-Talnach-Lagerstätten in Sibirien sind nach dem Buschveld-Komplex der zweitwichtigste PGM-Produzent. Nornickel (Norilsk Nickel) gewinnt Rhodium als Nebenprodukt der Nickel- und Kupferproduktion. Die Rhodiumausbeute ist relativ gering im Vergleich zum südafrikanischen Erz.

  • Primär Ni-Cu-Sulfid-Erze mit PGM-Begleitung
  • Hauptproduzent: Nornickel (MMC Norilsk Nickel)
  • Geringeres Rh/Pt-Verhältnis als südafrikanische Erze
  • Geopolitische Unsicherheiten beeinflussen Verfügbarkeit
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Simbabwe, Kanada & andere

ca. 8–10% der Weltproduktion

Der Great Dyke in Simbabwe ist geologisch mit dem südafrikanischen Buschveld-Komplex verwandt und enthält bedeutende PGM-Vorkommen mit Rhodium. In Kanada (Sudbury, Ontario) fallen geringe Rhodiummengen als Nebenprodukt der Ni-Cu-Raffination an.

  • Simbabwe: Great Dyke – ähnliche Geologie wie Buschveld
  • Kanada: Sudbury – Nebenprodukt der Ni-Produktion
  • USA, Finnland: sehr geringe Rhodiummengen
  • Insgesamt nur marginaler Anteil an der Weltversorgung

Geologische Entstehung von Rhodium

Rhodium entsteht wie alle Platingruppenmetalle durch kosmische Nukleosynthese – hauptsächlich durch Neutroneneinfang in massereichen Sternen. In der Erdkruste kommt es in Konzentrationen von ca. 0,001 ppm (Teilen pro Million) vor – rund tausendmal seltener als Gold.

Die Anreicherung in abbaubaren Lagerstätten erfolgt durch magmatische Differentiation: Wenn Gesteinschmelzen (Magma) langsam abkühlen, kristallisieren die schweren Platinmetalle als sulfidische Komplexe aus und sinken in tiefere Schichten. Im Buschveld-Komplex ist dieser Prozess vor ca. 2 Milliarden Jahren in einem der größten magmatischen Ereignisse der Erdgeschichte abgelaufen.

Rhodium kann in der Natur nie angereichert als eigenständiges Mineral abgebaut werden – es kommt ausnahmslos als Spurenelement in Platinerzen vor und wird erst durch aufwändige metallurgische Trennung isoliert.

HauptmineralSperrylith (PtAs₂) und andere Platinminuralien enthalten Rh als Spurenelement. Eigenständige Rh-Mineralien sind extrem selten und ohne wirtschaftliche Bedeutung.
Rh/Pt-Verhältnis im ErzIm UG2-Riff beträgt das Rh/Pt-Verhältnis ca. 1:10, im Merensky-Riff ca. 1:20. Das erklärt, warum Rhodium immer Nebenprodukt der Platingewinnung ist.
VerhüttungsprozessAus PGM-Konzentrat werden die sechs Platinmetalle durch Schmelze, Laugung, Solventextraktion und selektive Präzipitation separiert. Die Rhodiumraffination ist der aufwändigste Schritt.
ProduktionsbindungDa Rhodium nur als Platin-Nebenprodukt anfällt, reagiert das Rhodiumangebot nicht auf den Rhodiumpreis. Hoher Rhodiumpreis führt nicht automatisch zu mehr Produktion.

Industrielle Anfallstellen – wo entsteht Rhodium-Schrott?

Rhodium wird in der Industrie vielfältig eingesetzt – und am Ende seiner Nutzungsdauer als hochwertiger Sekundärrohstoff zurückgewonnen. Hier sind die wichtigsten industriellen Anfallstellen.

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Fahrzeugkatalysatoren

Größtes Rhodium-Schrott-Volumen weltweit. 3-Wege-Katalysatoren für Benziner enthalten Rhodium für die NOx-Reduktion. Rhodium ist mengenmäßig kleiner, aber wertmäßig oft größter PGM-Anteil im Kat.

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Glasfaserproduktion

Pt-Rh-Bushings (Spinndüsen) für die Glasfaserziehung enthalten 10–20% Rhodium. Diese massiven Bauteile mit hohem Edelmetallanteil fallen bei Wartung und Verschleiß an – das wertvollste Industrieschrott-Segment.

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Chemische Katalyse

Rhodium-Komplexkatalysatoren in der Essigsäureherstellung (Cativa/Monsanto-Prozess) und Hydroformylierung (Oxo-Synthese). Verbrauchte Prozesslösungen enthalten wertvolles Rhodium in gelöster Form.

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Galvanik & Schmuck

Rhodierbäder für das Rhodinieren von Silber und Weißgold – eine der meistverwendeten Oberflächenveredelungen. Verbrauchte Bäder, Spülwässer und Ionenharze enthalten rückgewinnbares Rhodium.

🌡️

Hochtemperaturmesstechnik

Thermoelement-Drähte Typ S (Pt-10%Rh), R (Pt-13%Rh) und B (Pt-30%Rh / Pt-6%Rh) in Industrieöfen, Glashütten und metallurgischen Prozessen. Nach Ablauf der Kalibrierperiode hochwertiger Edelmetallschrott.

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Sputtertechnik & Optik

Rhodium-Sputtertargets für Dünnschichtbeschichtungen, optische Hochleistungsspiegel (Rhodium läuft nicht an) und Mammografie-Anoden. Geringe Mengen, aber hohe Reinheit und damit hoher Ankaufswert.

Warum Rhodium das volatilste Edelmetall der Welt ist

Angebotsseitige Besonderheiten

Das Rhodiumangebot reagiert strukturell nicht auf den Rhodiumpreis: Da Rhodium ausschließlich als Nebenprodukt der Platinförderung anfällt, bestimmt die Platinnachfrage das Produktionsvolumen – nicht der Rhodiumpreis. Wenn also der Rhodiumpreis auf 28.000 USD/oz steigt, öffnen Bergbauunternehmen keine neuen Rhodium-Minen. Sie können allenfalls die Platinförderung ausweiten, was aber begrenzt ist. Diese Angebotsstarrheit ist eines der zentralen Merkmale des Rhodiummarktes.

Dazu kommt die extreme geografische Konzentration: Über 80% der Weltproduktion stammt aus dem südafrikanischen Buschveld-Komplex. Streiks, Stromausfälle oder politische Instabilität in Südafrika können sofort zu globalen Rhodiumverknappungen führen.

Nachfrageseitige Treiber

Die mit Abstand größte Nachfragekomponente ist die Automobilindustrie: Ca. 80% des Rhodiumbedarfs geht in Fahrzeugkatalysatoren. Verschärfte Abgasnormen (Euro 7, China 6b, US Tier 3) erhöhen den spezifischen Rhodiumbedarf pro Fahrzeug, da strengere NOx-Grenzwerte mehr Rhodium im Katalysator erfordern.

Diese Konstellation – starres Angebot, konjunkturell volatile Nachfrage aus nur einer Branche – erklärt die extremen Preisschwankungen. Zwischen 2016 (ca. 600 USD/oz) und 2021 (über 28.000 USD/oz) hat sich der Rhodiumpreis mehr als vervierzigfacht. Seit 2022 korrigierte er auf ca. 4.000–6.000 USD/oz – immer noch ein Vielfaches des langjährigen Durchschnitts.

Vollständige Preisanalyse & Marktpreis →

Häufige Fragen zu Rhodium Vorkommen & Ankauf

Der Buschveld-Komplex in Südafrika ist das Ergebnis eines gigantischen magmatischen Ereignisses vor ca. 2 Milliarden Jahren, das in diesem Ausmaß weltweit einzigartig ist. Die besonderen geologischen Bedingungen – das langsame Abkühlen einer riesigen Gesteinschmelze über Millionen von Jahren – haben zur außergewöhnlichen Anreicherung aller Platinmetalle, einschließlich Rhodium, in abbaubaren Konzentrationen geführt. Andere Lagerstätten existieren zwar (Russland, Simbabwe), sind aber deutlich kleiner.
Theoretisch ist Rhodium im Meerwasser löslich gelöst – aber in Konzentrationen, die eine wirtschaftliche Gewinnung bei Weitem ausschließen. Auch eine Gewinnung aus anderen Gesteinen ist aufgrund der extrem niedrigen Rh-Gehalte (0,001 ppm in der Erdkruste) nicht wirtschaftlich. Die einzige realistische Alternative zur primären Bergbaugewinnung ist das Rhodium-Recycling aus Sekundärmaterialien – insbesondere Fahrzeugkatalysatoren und Industrieschrott.
Die Rhodiumgewinnung aus PGM-Konzentrat ist ein aufwändiger mehrstufiger Prozess: 1. Flotation des Erzes zu PGM-Konzentrat. 2. Schmelzhüttenprozess zu PGM-Matte. 3. Basemetall-Entfernung (Cu, Ni, Co) durch Laugung. 4. Auflösung der PGM in Salzsäure/Chlor. 5. Selektive Trennung der sechs Platinmetalle durch Solventextraktion und Präzipitation. Die Rhodiumraffination ist der zeitaufwändigste Schritt – die Trennung von Ruthenium und Iridium ist technisch besonders anspruchsvoll. Gesamtdurchlaufzeit Bergwerk bis Rhodiumschwamm: ca. 8–12 Wochen.
Rhodium spielt eine doppelte Rolle: Kurzfristig bleibt die Nachfrage durch strengere Abgasnormen für Verbrennungsmotoren hoch – Euro 7 und vergleichbare Normen weltweit erhöhen den Rhodiumbedarf pro Fahrzeug. Langfristig könnte eine vollständige Elektrifizierung des Automobilsektors die Rhodium-Katalalyse-Nachfrage reduzieren. Allerdings gibt es neue potenzielle Anwendungen: Rhodium als Katalysator in der grünen Chemie und in Brennstoffzellen-Nebenprozessen wird erforscht. Der Übergang dürfte mehrere Jahrzehnte dauern und keine abrupte Nachfragelücke erzeugen.
Rhodium ist kein börsengehandeltes Massenmetall – es gibt keine öffentliche Rhodiummarktbörse. Der Ankauf erfolgt über spezialisierte Edelmetall- und PGM-Händler. ES Metall Trading & Recycling kauft Rhodium bundesweit an – der Versand erfolgt kostenlos und versichert per DHL. Für sehr wertvolle oder sehr große Chargen bieten wir auch Abholung nach Absprache an. Kontakt: ankauf@metallankauf-recycling.de oder +49 173 36 40 771 (auch WhatsApp).

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